Sympathikusblockade bei Herzsturm

Ein am Ordensklinikum Linz Elisabethinen erstmals in Oberösterreich durchgeführter Eingriff bei Herzrhythmusstörungen gibt den besonderen Härtefällen unter den Patienten neue Hoffnung. Bisher werden die Betroffenen mit Medikamenten, einem Defibrillator oder durch Verödung behandelt. Bei manchen Patienten sind diese konventionellen Methoden jedoch nicht ausreichend.

Wenn die Rhythmusstörungen trotz Defibrillator weiter bestehen und zumindest drei Mal täglich ein Anfall erfolgt, spricht man von einem Herzsturm. Eine sehr belastende Situation für die Patienten, wie auch Franz Brandstetter aus Neumarkt im Mühlkreis sie erlebt hat. Die lebensbedrohliche Situation von Franz Brandstetter bewog die Spezialisten am Ordensklinikum Linz Elisabethinen dazu, einen bisher für diese Indikation noch relativ ungeläufigen Eingriff durchzuführen: die Sympathikusblockade oder Sympathektomie.

Bei der Sympathikusblockade geht es darum, den Sympathikusnerv an ganz gezielten Stellen zu durchtrennen und so speziell die unerwünschten Impulse zu verhindern. Der Sympathikus, der Alarmnerv, ist Teil des vegetativen Nervensystems und ist für eine Leistungssteigerung des Organismus verantwortlich. Die Sympathektomie wird bisher besonders bei übermäßigem Schwitzen eingesetzt. Bei der nun erfolgten Behandlung des Herzsturms ist eine Durchtrennung des Sympathikus an den Rippen 2, 3 und 4 nötig, damit die aktivierende Wirkung auf das Herz unterbunden wird. Die weiteren Funktionen des Sympathikus sind durch diesen Eingriff nicht betroffen.

In den vergangenen sechs Monaten wurden am Ordensklinikum Linz Elisabethinen sechs Herzpatienten mit dieser Methode behandelt. Vier davon sind seither anfallfrei. Genauere Analysen und Studien sollen nun klären, ob diese Methoden in Zukunft vielleicht schon zu einem früheren Zeitpunkt im Krankheitsverlauf eingesetzt werden kann.